100 Jahre Imkerverein

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Die Ansprache von Hr. Straußberger, dem Vorsitzenden des Vereins

Sehr geehrte Ehrengäste, sehr verehrte Damen und Herren,
 
der Imkerverein Großweingarten feiert heute sein 100-jähriges Bestehen.
Wir freuen uns heute mit Ihnen dieses Fest feiern zu können.
 
Ich möchte jetzt gleich mal allen danken, die bei der Organisation, Aufbau/ Abbau, bei der Bewirtung mitgeholfen haben und mithelfen. Wir sind ja nur ein kleiner Verein und da bin ich wirklich zufrieden, was wir hier auf die Beine gestellt haben.
Und wir haben, so denke ich, ein ganz besonderes Fest auf die Beine gestellt. Natürlich muss es da was zu essen und zu trinken geben, und auch Musik soll zu hören sein, aber bei uns gibt’s mehr.
Wir haben viel Interessantes mitgebracht. Bienen ganz nah zum Anschauen, fast zum Anfassen,
jede Menge an Imkereigeräten, sowohl historisch als auch modern.
 
Auch was für die Kinder mit Hüpfburg, Bienenspiele, Kinderschminken wo jedes Kind dann als Biene rauskommt usw.
 
Ganz besonders bedanken möchte ich mich natürlich beim Sportverein, dessen Gelände und Gebäude wir hier benutzen dürfen, auch natürlich bei der Stadt Spalt als Grundeigentümerin.
 
Und wenn ich schon beim Bedanken bin, dann geht auch unser Dank an die Sparkasse, die Raiffeisenbank und dem Kreisverband der Imkervereine Roth. Sie alle haben uns finanziell unterstützt.
 
Auch beim Landratsamt möchten wir uns bedanken. Das Landratsamt bezuschusst seit Jahren und hoffentlich auch in Zukunft die Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe. Unser Landrat hat mir geschrieben, dass er leider nicht kommen kann da er verreist ist, aber seine Vertreterin Frau Klobe uns besuchen wird.
 
Ich möchte sie nicht mit alten Geschichten langweilen, aber ein bisschen was zur Geschichte des Vereins muss ich schon loswerden:
 
Gegründet wurde der Verein eben im Jahr 1925 vom Förster Johann Jobst Fürst. Förster Fürst lebte von 1877 bis 1955 und wurde auch in Großweingarten beerdigt.
Er lebte im Forsthaus in Großweingarten, die heutige Anschrift ist Hintere Dorfstraße 36.
 
Schräg gegenüber wohnt unser Ehrenmitglied Günther Beil, seit 1967 Mitglied, also 58 Jahre
Er hält heuer seit genau 60 Jahren Bienen. Auch sein Bruder Fritz ist schon sehr lange Imker und Mitglied des Vereins. Dies sind mit die ältesten Mitglieder
 
Es müssten schon bei oder kurz nach der Vereinsgründung rund 25 Mitglieder gewesen sein. Dies können wir aus dem Kassenbuch ablesen, da der Mitgliedsbeitrag damals 6 Mark war. Der erste Kassier war Hans Betz aus Großweingarten, er blieb es bis zum Jahr 1971
1940 wurde Karl Scheuerlein aus Hagsbronn Vereinsvorstand. Das war der Vater vom Willi Scheuerlein, den viele von uns noch kennen.
 
Weitere Vorstände waren:
• Von 1973 bis 2003 Hermann Pfahler aus Wernfels
• Von 2003 bis 2015 Helmut Maurer aus Großweingarten
• Im Jahr 2015 wurde ich zum Vorstand gewählt
 
Es waren meist 20 bis 25 Mitglieder im Verein
In den Jahren 1972 bis 2003 gab es nur 15 bis 20 Imker,
erst ab 2005 unter Vorstand Maurer wurden wieder mehr Mitglieder gewonnen, 2015 waren es 34 und aktuell 46 mit steigender Tendenz. Eine wirklich erfreuliche Entwicklung
 
Wir Imker sehen unsere Arbeit nicht nur als Hobby, und Geld verdienen wir damit auch nicht wirklich.
Wir imkern, weil die Bienen mit ihrer Bestäubungsleistung zum Erhalt der Vielfalt in der Natur und unserer Landschaft beitragen.
 
Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier (nach Rind und Schwein), nicht wegen dem Honigertrag, man würde heute sagen, das sind Peanuts gegenüber der Bestäubungsleistung.
Wir müssen nicht wie in China mit Pollentütchen und Pinselchen auf den Obstbäumen rumklettern, bei uns machen das die Bienen. In bestimmten Gebieten Chinas gibt es keine Insekten mehr, alles vergiftet.
 
Wir haben hinten bei der Ausstellung ein Plakat aufgehängt wo man sieht wie wichtig die Bienen für den Ertrag in der Landwirtschaft sind. Ohne Bienen gibt es nur einen Bruchteil des Ertrags. Gerade bei uns im Spalter Land mit den vielen Obstgärten ist das enorm wichtig.
Denn es gibt praktisch keine wild lebenden Bienen mehr, weil die wild lebenden Völker spätestens im 2. oder 3. Jahr an der Varroamilbe sterben, weil sich kein Imker um sie kümmert.
Die Varroamilbe stammt aus Ostasien und wurde 1977 in Deutschland eingeschleppt, seit 1979 ist sie in Bayern.
 
Wir Imker verbringen mehr Zeit mit der Bekämpfung der Varroa als mit Honigschleudern!
 
Sie sehen also, wenn jemand die Bienen rettet, dann sind es die Imker, denn ohne die Imker sterben sie an der Varroa. Das muss mal ganz klar gesagt werden!!!
 
Wir halten aktuell in unserem Verein zwischen 300 und 350 Völker im Spalter Land. Noch gibt es flächendeckend Bienen und ich würde sagen, wir haben den aktuell größten Bienenschädlich, die Varroamilbe gut im Griff.
 
Aber: Niemand kann sagen, was passiert, wenn die Asiatische Hornisse einwandert.
Vielleicht kapituliert dann auch der engagierteste Imker, wenn man zusehen muss wie die Völker von diesem Insekt niedergemacht werden.
 
Wir haben viel Info-Material ausgelegt, auch über die Asiatische Hornisse.
 
Wir bitten Sie: falls sie irgendwo ein solches Tier sehen, melden sie es weiter, ganz wichtig dabei: ein Foto machen. Wir möchten nicht, dass es uns so geht, wie in Spanien oder Südfrankreich, wo in manchen Tälern keine Bienenhaltung mehr möglich ist.